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Broken Empire



Meine erste Rezension möchte ich der BROKEN EMPIRE Trilogie von Mark Lawrence widmen. Nicht, weil es die besten oder lesenswertesten Bücher sind, die ich je in die Finger bekam, sondern aus dem einfachen Grund, weil ich die Trilogie erst gestern abgeschlossen habe.

Die Fantasy-Buchreihe setzte sich wie folgt zusammen:
Der Prinz der Dunkelheit (2011), 381 Seiten, Originaltitel: Prince of Thorns
Der König der Dunkelheit (2013), 608 Seiten, Originaltitel: King of Throns
Der Kaiser der Dunkelheit (2014), 592 Seiten, Originaltitel: Emperor of Throns


Inhalt:

Hauptperson der Geschichten ist der anfangs 13-jährige Jorg, der große Ambitionen hegt. Als Anführer einer Räuberbande zieht er durchs Land mit dem festen Vorsatz bis zu seinem fünfzehnten Geburtstag König zu werden. Ganz weit hergeholt scheint dies zunächst nicht, denn immerhin ist er der Thronerbe von Ancrath. Doch sein Vater ist ihm alles andere als wohlgesinnt.


Erzählstil:

Die Handlung spielt in mehreren Parallelsträngen, angefangen beim 9-jährigen Jungen bis hin zum 20-jährigen Mann. Im ersten Buch sind diese noch ziemlich übersichtlich, im zweiten wird es komplizierter und im dritten Buch musste ich teilweise wirklich überlegen, wo Jorg gerade ist und vor allem wann. Aber dadurch ist das Buch durchgehend belebt und hat nie einen Durchhänger. Viele Handlungsstränge werden so erst ganz am Ende verbunden. Diese Art des unchronologischen Schreibens war mir neu, doch sehr ansprechend, wenn der Leser bereit ist mitzudenken.

Eine andere Besonderheit des Erzählstils ist der Humor. Obwohl das Buch dunkle und grausame Themen beinhaltet, wird die Geschichte auf eine sehr humorvolle Art erzählt. Jorgs Galgenhumor gepaart mit der Ich-Erzähler-Perspektive macht es dem Leser dann doch sehr schwer, den jungen Antihelden nicht doch irgendwie zu mögen.


Hintergrund:

Handlungsort ist eine fiktive Welt, die stark an Europa und Afrika erinnert und der Magie nicht fremd ist. Tode stehen wieder auf und Schlafende werden in ihren Träumen heimgesucht. Außerdem gibt es verschiedene Arten von Wahrsagern, magischen Geschöpfen und fremdartigen Gegenständen.



Das Besondere am Buch:

Jorg ist nicht der typische Held einer Fantasygeschichte. Er ist brutal, erbarmungslos und böse. Und eines vor allem: genial. Und genau das macht die Bücher so wahnsinnig spannend. Jorg ist einfach faszinierend und gerade wegen seiner Makel sympathisch.

Es wird nie langweilig, denn unser junger Antiheld ist schier unberechenbar und das oft auch für sich selbst, denn wenn er vor etwas Angst hat oder ihm jemand sagt, dass er etwas nicht tun sollte, dann macht er es erst recht: “I kissed her cheek then, because I feared to do it and though commonsense may occasionally bind me, I'll be fucked if fear will.”

Der Inhalt der Bücher ist alles andere als menschlich korrektes oder gar heldenhaftes Verhalten, so besticht Jorg vor allem auch dadurch, dass er eben ein Arschloch ist. Und das sagt er nicht nur über sich selbst, sondern zeigt es auch immer wieder:
“What’s it going to take for you to open that door? Gold? Blood?” (Jorg)
“Your name and password.” (Wall)
“My name is Honorous Jorg Ancrath, my password is divine right. Now open the fecking door.” (Jorg)

Eine andere Besonderheit ist die wiederkehrende Anspielung auf moderne Fragen der Naturwissenschaften, der Psychologie und der Religion. Fast immer werden diese Fragen nur angedeutet und nie grundlegend diskutiert, dennoch finde ich es einfach faszinierend. Ein Beispiel zu dem ist die Anspielung auf „Schrödingers Katze“, ein Gedankenexperiment, das 1935 erstellt wurde:
"“Tell me this," I (Jorg) said. "My world. It's not like the one I read about in the oldest books. When they talk about magic, about ghosts, it's as if they are fairy-tales to frighten children. And yet I have seen the dead walk, seen a boy bring fire with just a thought."
Fexler frowned as if considering how to explain. "Think of reality as a ship whose course is set, whose wheel is locked in place by universal constants. Our greatest achievement, and downfall, was to turn that wheel, just a fraction. The role of the observer was always important--we discovered that. If a tree falls in the wood and no one hears it, then it is both standing and not standing. The cat is both alive and dead."
"Who mentioned a fecking cat?”(Jorg)"


Fazit:

Die Charakter wirken authentisch, obwohl jeder gewarnt sein sollte: Hängt euch nie zu sehr an jemanden, denn es sterben wirklich viele Personen während Jorgs Reise.

Der Schreibstil ist einfach und flüssig, auch wenn ich zugeben muss, dass ich den einen oder anderen Satz zwei Mal lesen musste, weil der Inhalt so unwahrscheinlich und überraschend war.

Zusammenfassend stellte ich fest, dass ich die Trilogie jedem Fantasyfan empfehlen möchte. Obwohl ich zugeben muss, dass es anfangs etwas gewöhnungsbedürftig daher kommt und ich auf den ersten Seiten skeptisch war, habe ich die Trilogie letztlich regelrecht verschlungen. Sie ist anders als alles, was ich zuvor im Fantasybereich gelesen habe und unglaublich erfrischend.


11.11.14 15:16
 
Letzte Einträge: Die Tribute von Panem, Percy Jackson, Dämonenzyklus, Maze Runner


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